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Leonie H. (21) berichtet über ihre Volontärzeit in Kathmandu
Im Mai 2011 entschied ich, mich über den Verein „Kinder in Nepal“ an der Children Model High School in Kathmandu für 12 Wochen ehrenamtlich zu engagieren.
Meine ersten Aufgaben an der Schule waren das Unterrichten von Social Studies in den Klassen 1,2,3,4 und 5 und das Übernehmen von Vertretungsstunden. Da die Kinder schon in der Kindergartengruppe an die Englische Sprache herangeführt werden, ist die Verständigung nur am Anfang schwierig gewesen, weil ich mich an den Akzent der Schüler gewöhnen musste.
Allerdings musste ich das Unterrichten von Klasse 1 aufgeben, da das Englisch der jüngsten Schüler als Unterrichtssprache nicht ausreichend war und ich nur wenige Worte Nepali kannte.
Der Unterricht in den übrigen Klassen hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn dieser mit viel Umdenken meinerseits verbunden war.
Trotz des geringen Vorhandenseins von Unterrichtsmaterialien, war es möglich, die Schüler immer wieder für das Lernen zu begeistern. Die Kinder sind unglaublich fröhlich, höflich, hilfsbereit, neugierig und aufgeschlossen. Auch Herr Regmi, der Schulbesitzer, bleibt mir aufgrund seiner Offenheit, Hilfsbereitschaft und seines unermüdlichen Engagements in sehr guter Erinnerung. Die Lehrer dagegen hatten eine längere Aufwärmphase, und ein direkter Austausch war erst nach einigen Wochen möglich.
Da mein Aufenthalt sich nur kurzzeitig mit dem anderer Volontäre überschnitt, waren meine Hauptansprechpartner Herr Regmi und meine Gastfamilie. Meine Gastfamilie wohnt in nächster Nähe zur Schule und ermöglichte mir tiefe Einblicke in das hinduistische Alltagsleben.
Aufgrund meiner wenigen Unterrichtsstunden begann ich, mich in das System der schuleigenen Bücherei einzuarbeiten und übernahm die vollständige Leitung dieser während eines längeren Auslandsaufenthalts unseres japanischen Büchereileiters. Diese Arbeit war eine tolle Abwechslung zur sonstigen Lehraufgabe und bot mir die Gelegenheit, die Schüler nochmal von einer anderen Seite kennenzulernen. Die Kinder lesen sehr gerne, und dadurch kam es in jeder Pause zu einem großen Ansturm auf die Bücherei.
Außerdem begleitete ich hin und wieder andere Lehrer in den Unterricht und konnte lernschwächeren Schülern helfen.
Ich arbeitete sonntags bis freitags von 9:30 bis Mittag oder Nachmittag. Mein Mittagessen nahm ich zusammen mit den Lehrern in der Schule ein. Oft fanden Freitag nachmittags verschiedene Schulaktivitäten wie Quize und Wettbewerbe statt.
In meiner Freizeit schaute ich mir Kathmandu und Umgebung an. Nach der Hälfte meiner Zeit in Nepal hatte ich wegen der Examensphase der Schüler zwei Wochen frei und nutzte diese Zeit, um weitere schöne Orte Nepals zu besuchen. Neben der verwinkelten Altstadt Kathmandus haben mir der Chitwan National Park, Bhaktapur, Nagarkot und Pokhara sehr gut gefallen.
Meine Erlebnisse in der Schule und meiner Gastfamilie sowie die atemberaubende Landschaft des Landes haben mich sehr begeistert, sodass ich eines Tages sehr gerne zurückkehren möchte.